Mittwoch, 1. Dezember 2010

die rupie rollt - wirtschaftliche notizen

den geschaeftsfronten nach zu urteilen baut die indische wirtschaft aus 2 saeulen auf: gebrauchte reifen und western union. wir bewegen uns aus mandawa mit durchschnittlich 40 km/h auf nebenwegen der seidenstrasse westwaerts. mr. singh ueberholt kamelwagen, zwischen der stossstange und einem frontalzusammenstoss selten mehr als 20 meter. die vegetation wird mit jedem kilometer karger, der sand feiner und gelbroetlicher. an der strasse geschaefte. die inder schaffen sozialen ausgleich mit langsamkeit in allen unternehmungen und gerechter verteilung von arbeitslosigkeit. wer eriner-haelt-die-schaufel-und-drei-schaun-ihm-beim-halten-zu situationen fuer ein austriakum haelt war wohl noch nicht in rajistan. baustoffhaendler mit stapeln von einigen dutzend abflussrohren, eternithalden und offenen zementsaecken fuer den detailverkauf existieren aufgefaedelt und friedlich nebeneinaner her. mit gelassenhei goennt man dem nachbarn seinen umsatz. 300 km ausserhalb der 18 millionen stadt delhi ist niemand in eile und niemand arbeitslos. miemand scheint unterernaehrt. waehrend viele hinduistische frauen ihre gesichter mit charmant choreografierter geste unter tuechern verbergen und beine sowieso tabu sind, ragen fuellige weibliche formen aus den bauchfreien roben. gut genaehrt zu sein signalisiert wohlstand und wohlstand ist ein internationales aphrodisiakum. inden klinen laeden gibt es westliche produkte. colgate, headandscholders, coke. "darf ich deine haare beruehren", fragt mich pahrled, er faende sie so seidig, ich muesse sie wohl mit headandscholders gewaschen haben. als ich sage, ich haette sie mit dem duschbad aus dem hotel gewachen, in dem wir abgestiegen sind und indem er arbeitet, verdiene ich mir eine unze respekt. fuer den gegenwert einer flasche headanscholders kann man im besten lokal am platz zu zweit satt werden. die begehrteste ware in pahrleds generation ist sowieso bildung. pahrled lernt englisch & mathematik, sein vorgesetzter vipin, gerade mal 19 geht aufs college, 20 kilometer die seidenstrasse westwaerts. er hat ein motorrad - hero honda, wie es hier schienbar die religion gebietet. wenn ihm der sprit, der mit 50 cent pro liter als sauteuer gelten muss ausgeht, nimmt er ein kamel.

mr. singh

herkunft, name familienstand. 20 minuten sitzen wir in mr. singhs wagen und immer noch nicht hat er uns gefrage ob wir verheiratet sind, warum nicht und wann den endlich. das macht nichts, wir sind muede, haben die halbe nacht gezweifelt, ob und der fahrere fuer die tour, die wir gebucht haben auch wirklich abholt. "more better, than zou much exprecting" hat imran von der tourist info versprochen. aus delhi geht es westwaerts richtung rajistan. nach 50 kilometern koennen wir fast wieder atmen.

angstgegner quittung

um 04:19 besetht delhi aus neonlicht und dollarpreisen. nur der unrasierte mann mit den freundlichen augen un dder narbe die ihm vom mundwinkel ueber das kinn laaeuft als haette er sie sich beim lachen zugezogen ist echt. er eicht uns vom einen zum anderen weiter und tut als waere er "taxi". schliesslichy hat er vor dem wort quittung so viel angst, dass er von uns ablaaesst. jemand anderer will uns eine quittung geben fuers hotel, das fuer den transport angeblich bezahlen soll. doch kein fahrer - kein zimmer. onlinebooking in neu delhi! was haben wir denn gedacht. gegen 6:30 hilft uns ein freunlicher "tourist info" mann weiter.